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„Wie wäre es mal mit einem richtigen Job?!“

„Es werden noch Erntehelfer gesucht!“

„Wenn du das nicht überstehst, ist es nur Liebhaberei!“

Diese und viele weitere Zeilen darf ich in den letzten Tagen vermehrt im Internet lesen, wenn es um Diskussionen zu unseren Problemen als Künstler (etc.) geht.

ERNSTHAFT?!

Nicht nur, dass der Wegfall von (bisher) über einem Drittel des gesamten Jahresumsatzes schlimm genug ist, so darf man sich im Internet noch mit Leuten beschäftigen, welche vor Ignoranz und Dreistigkeit nur so strotzen.

Was ist los mit euch?

Die Corona-Krise (oder richtig: „Coronavirus SARS-CoV-2 Krise“) ist nunmal Fakt. KEINER kann etwas dafür. Die Maßnahmen der Regierung, sei es nun die Bundesregierung oder die der jeweiligen Bundesländer, sind (teilweise) angemessen, durchdacht und in unserem Land wird man somit der Krise Herr werden – ganz sicher.

ABER: 
Es geht um den Umgang mit und den Resultaten aus den jeweiligen Maßnahmen. Diese hat unsere Regierung nun einmal beschlossen – also ist es auch an unserer Regierung etwas zu tun. JETZT !

Wir Künstler, aber auch viele Veranstalter, Gastronomen… u.v.a. (ich kann hier nicht alle aufzählen) haben derzeit ein BERUFSVERBOT. Und das vorerst bis Ende August. Wann und Wie es weitergeht, das kann (und wird) keiner sagen.

Während Geschäfte, Baumärkte und Gartencenter nach knapp 4 Wochen wieder öffnen dürfen, bangen wir darum, dass ab Juni wenigstens wieder kleine Veranstaltungen stattfinden dürfen um zumindest mit „privaten Feierlichkeiten“ unser Einkommen zu erzielen.

Und während ich mir Gedanken darüber mache, wie es geschäftlich so weitergeht liest man Sätze wie die Eingangs genannten…

Meine lieben „Freunde“ ich sage euch jetzt mal was:

Ich habe ein gut funktionierendes kleines „Ein-Mann Unternehmen“ mit vollen Auftragsbüchern und fortlaufenden Buchungen. Zudem eine Gesangsschule mit ausreichend Schülern in drei Landkreisen.
Ich habe Rücklagen aufgebaut, um eben auch diverse Verluste abzufedern und geschäftlich sauber dazustehen. (diese reichen aber auch nicht für ein komplettes Jahr ohne Einkommen).
Ich habe eine, auf mehreren Beinen stehende, Altersvorsorge, gewisse Sparanlagen und Zukunftspläne. Ich bin fleißig und arbeite in der Hochsaison (April-Oktober) 12-16h am Tag.

Mir jetzt zu sagen, ich solle es doch einmal mit „richtiger Arbeit“ versuchen, mich für 9,60 € als Erntehelfer einsetzen lassen oder mein jahrelang hart aufgebautes Business wäre nur „Liebhaberei“ ist anmaßend, unverschämt und ignorant.

Jeder Arbeitnehmer, der in Kurzarbeit geht hat zumindest noch 60 % seines Gehaltes.
Jeder (nicht Solo-) Selbstständige hat Anrecht auf bis zu 9.000 € Soforthilfe.
Grundsicherung braucht man hier gleich gar nicht zu erwähnen.
Wir Künstler bekommen bisher nichts.

Ich will nicht jammern!

Ich will einfach nur etwas RESPEKT vor meiner – vor unser aller ARBEIT.

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